warum ein blog Sinn macht

 

Medien sind Privateigentum unbekannter, nicht volkslegitimierter Personen, die lebenslang Macht ausüben, die nicht vom Volke ausgeht und der Staatsgewalt meist überlegen ist, vgl. Paul Sethe: „Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu veröffentlichen.“

Eines Abends etwa um das Jahr 1880 war John Swinton, ehemaliger Chefredakteur der New York Times und damals der bedeutendste New Yorker Journalist, Gast eines ihm zu Ehren von seinen früheren Branchenkollegen gegebenen Banketts. Irgendjemand, der weder die Presse noch Swinton kannte, brachte einen Trinkspruch aus, auf die unabhängige Presse.
Swinton schockierte seine Kollegen mit der Antwort:
„Es gibt hier und heute in Amerika nichts, was man als unabhängige Presse bezeichnen könnte. Sie wissen das und ich weiß das. Es gibt keinen unter Ihnen, der es wagt seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn Sie sie schrieben, wüssten Sie im voraus, dass sie niemals gedruckt würde.
Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, meine ehrliche Überzeugung aus der Zeitung, der ich verbunden bin, herauszuhalten. Anderen von Ihnen werden ähnliche Gehälter für ähnliches gezahlt, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde auf der Straße und müsste sich nach einer anderen Arbeit umsehen. Würde ich mir erlauben, meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung erscheinen zu lassen, wäre meine Anstellung in weniger als 24 Stunden beendet. Oder ich wäre tot.
Das Geschäft von uns Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, freiheraus zu lügen, zu verfälschen, zu Füßen Mammons zu schleimen und unser Land und seine Menschen fürs tägliche Brot zu verkaufen.
Sie wissen es, ich weiß es, wozu der törichte Trinkspruch auf die unabhängige Presse.
Wir sind die Werkzeuge und Vasallen reicher Menschen hinter der Bühne. Wir sind die Marionetten, sie ziehen die Schnüre und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unsere Leben sind alle das Eigentum anderer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“
John Swinton (1829_1901)

  3 Responses to “warum ein blog Sinn macht”

Comments (2) Pingbacks (1)
  1.  

    „Journalismus ist Literatur in Eile.“

    Matthew Arnold

    Die Aufgabe der Journalisten soll sein, dass in Worte zu fassen, was andere empfinden. Die eigene Meinung muss dahinter zurückstehen.

    Ich hinterlasse einen Gruß der Erwerbslosengruppe ver.die Münsterland und erlaube mir anzumerken, dass das Recht der freien Meinungsäußerung nicht nur durch Verleger und Politiker beschnitten wird, sondern durchweg von allen Lobbyisten oder Menschen, die sich dafür halten.

    Kollegiale Grüße

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(benötigt)

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