Mai 222011
 

Auf tragische Weise ist am Donnerstag, 19.5.2011 im Jobcenter Gallusviertel in Frankfurt ein Mensch „ums Leben gekommen“.

Christy S. wurde, nachdem

  • ihr rechtmäßige Hilfe in Höhe von ca. 10,00 € verweigert wurde,
  • sie sich weigerte ohne diese Hilfe das Jobcenter zu verlassen,
  • sie einen hinzugerufenen Polizeibeamten bei der unverständlichen Personenkontrolle – sie war dem Jobcenter bekannt, unerklärlicherweise mit einem Messer oder messerähnlichen Gegenstand verletzte,

von der Kollegin des verletzten Polizeibeamten erschossen.

Eine Verkettung unglücklicher Umstände? Nicht ganz, dagegen sprechen zumindest 2 ungewöhnliche Umstände. Einerseits hatte sie ein Messer dabei – als farbige Frau gerade in vernachlässigten Stadtteilen zum Selbstschutz nicht ganz außergewöhnlich, andererseits wurde ihr rechtmäßige Hilfe verweigert – ungewöhnlich wenn man den Rechts- und Sozialstaat wörtlich nimmt, alltäglich wenn man die Praxis der Jobcenter nicht nur aus der medialen Ferne kennt.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis derartig „unglückliche Umstände“ aufeinander treffen, bis sich die alltägliche Angst um die buchstäbliche Existenz in einer scheinbar irrationalen Handlung niederschlägt, denn ab einem unbestimmbaren Punkt wird diese Angst so groß, dass es nur noch 2 Möglichkeiten gibt – die völlige Selbstaufgabe oder der Kampf um die eigene Existenz.

Dafür spricht, das sie erst „zum Messer gegriffen“ hat, als mit dem Auftauchen der Polizei deutlich wurde, dass sie unter keinen Umständen die erbetene Hilfe erhalten würde.

Der tödliche Schuss kam aus der Waffe der Polizistin, den Auslöser betätigt haben Menschen die zulassen das anderen Menschen mit bürokratischer Willkür – mit Angst, Hunger, Wohnungsnot, psychische Gewalt auf einer sehr realen Basis angetan wird.

Friedhelm Hengsbach, Prof. emer. (für christliche Gesellschaftsethik) – “…Hartz4 ist ein Bürgerkrieg der politischen Klasse gegen die arm Gemachten…”

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(benötigt)

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