Sep 052012
 

oder „…ein mescalero lässt grüßen?“

Nein, natürlich werde ich nicht den „Fehler“ begehen und den Farbanschlag auf das Jobcenter Dortmund begrüßen – das wäre u.U. für die hiesige Staatsanwaltschaft doch zu verführerisch, wieder mal wegen „Belohnung und Billigung von Straftaten“ (§ 140 i.V.m. § 126 StGB; s. dort) zu ermitteln und damit unnötigerweise die Zeit zu verschwenden, die sie doch dringend benötigt die zahlreichen Fälle von Korruption, Bevorteilung, Untreue, etc. auch und gerade im hiesigen Umfeld der sogenannten „Eliten“ und „Leistungsträger“ zur Anklage zu bringen.

Im Klartext – ich äußere mich nicht zu dem sogenannten Anschlag. Sehr wohl aber zu der Kritik daran, und zwar ausschließlich der, die aus „Unterstützerkreisen“ gegen Hartz4 kommt.
Der pauschale Hauptvorwurf – so etwas schadet unserer Sache. Nun, gemeinhin reicht die Behauptung eines Schadens, materiell oder immateriell, nicht aus, um daraus irgendwelche Schlüsse/Ansprüche zu ziehen, sondern er muss belegt werden. Genau daran hapert es dann aber bei den wenigen, konkreteren Argumenten,

z.B. Gewalt (hier gegen Sachen) schadet

  • weil sie grundsätzlich abzulehnen ist – da scheiden sich die Geister bis selbst in höchste Regierungskreise – s. „arabischer Frühling“ oder auch Rüstungsexporte,
  • unserer Sache, weil wir friedlich mehr erreichen können – die letzten 23 (seit der „Wende“) bzw. 7 (Hartz4) Jahre sprechen da eine deutlich andere Sprache,
  • unserem „Ansehen“ in der Öffentlichkeit – hieße in der Umkehrung, dass friedliches Verhalten zu zumindest „wohlwollender Kenntnisnahme“ führen könnte/müsste. Mir ist allerdings kein Bericht über zahlreiche friedliche Demos bekannt, der auch nur ansatzweise aufgrund der Friedfertigkeit oder überhaupt das entwürdigende System in Frage gestellt hätte, indymedia, etc. natürlich ausgenommen.

Fazit, es kann nicht der geringste Zweifel daran bestehen, dass der friedliche Weg/Widerstand grandios gescheitert ist. Zahlreiche Akteure haben sich entweder in die Sozialindustrie oder den Parlamentarismus verabschiedet und versuchen erneut, so sie nicht bereits Zweifel an der Berechtigung des Widerstandes haben, den „langen Marsch durch die Institutionen“ (bei „Hummer und Schampus“), obgleich der erst „gestern“ – s. „die Grünen“, kläglichst gescheitert ist, scheitern musste denn – „die Institutionen“ verändern „den Menschen“ weit mehr als umgekehrt.

Es gibt nicht 1 (in Worten – einen) Erfolg auf diesem langen Weg des Kampfes gegen dieses System, das selbst von arrivierten Vertretern dieser Gesellschaft im übertragenen Sinne als „Krieg gegen die Armen“ bezeichnet wird. Wenn und warum Menschen dennoch weiter machen, kann ich für mich nur wie folgt beantworten,

  • um in diesem Unrecht wenigstens Einzelnen zumindest existentiell zu ihrem Recht zu verhelfen ohne damit „Kompromisse“ wie „Hartz4-light“ zu befürworten,
  • um dieses Unrecht sowohl im Gesamtzusammenhang als auch in Einzelfällen zu dokumentieren,

denn mit Sicherheit kommt der Tag, an dem Verursacher und Mitläufer von den Auswirkungen der Neuauflage der seinerzeit auch legalen! Nürnberger Gesetze „nichts gewusst haben“.

  4 Responses to “Klammheimliche Freude?”

Comments (4)
  1.  

    Lieber Horst,
    DAS mit dem Avatar gibt mir jetzt Rätsel auf…es klappte doch bereits einmal. Du kannst es ganz schlicht über eine Mail-Adresse probieren, dann wärst Du zwar wieder „Erstkommentierer“ und ich müsste Dich zunächst manuell freischalten.Danach aber müsste es klappen, evtl. ließe sich auch ein spezieller Gravatar „zuweisen“, wie eben Dein hotte-hüh 😉 Müsste ich „meine technische Admina-Freundin Helen“ dazu befragen…aber es eilt ja nicht.Der Wille allein zählt 😉 die Technik hat halt so ihre Tücken…
    lG
    Ellen

    ps auch bei Dir hapert es beim kommentieren, ich kann Schreibfehler nicht korrigieren/löschen oder nachträglich Worte hinzufügen, was soll’s…

    •  

      liebe Ellen,
      im Gegensatz zu dem Herrn von Tuntenberg benutze ich weder Pomade noch faule Ausreden, m.a.W. es ist alles auf meinem „Mist“ gewachsen – sowohl Avatar 😉 als auch der „Fehler“ bei Kommentaren. Letzteres ist bereits behoben, nur Wunder dauern länger ;-p

      Liebe Grüße in die Marleen
      Horst

  2.  

    Und ich befürchtete schon, ich stünde mit meiner Auffassung zu diesem Thema allein auf weiter Flur.
    Wenngleich nicht ganz so tiefgründig/eloquent in der Darstellung, bezog ich mich gestern auf die von Dir thematisierte „Kritik aus Unterstützerkreisen“ – Resonanz leider bei 0.
    Also auch hier einmal mehr…Im Westen nix Neues
    Danke für Deinen Artikel, der ein wenig dazu beigetragen hat, mich nicht wie der „berühmte Rufer in der Wüste zu fühlen.

    •  

      liebe Ellen,
      ich wollte ja bei dir kommentieren, wurde aber, wohl wegen meines „hotte-hü“-avatars, nach einem Passwort gefragt. Ich glaube fast ich habe mir mit meinem diversen Schnickschnack selbst Fallen gestellt. Muss ich in einer stillen Stunde mal überdenken. Danke aber für deinen Kommentar und ganz liebe Grüße
      Horst

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