Aug 222012
 

Das Motto der illustren Runde mit den Gästen

  • Claudia Obert (Selfmade-Millionärin)
  • Sahra Wagenknecht, Die Linke (stellv. Parteivorsitzende)
  • Dirk Roßmann (Drogerie-Unternehmer)
  • Johannes Ponader (Piraten-Politiker)
  • Ulrich Schneider (Paritätischer Gesamtverband)
  • Roger Köppel („Weltwoche“-Chefredakteur)

war „Der Millionär hat’s schwer: Reiche, zur Kasse bitte!“

Vorab, eine tatsächlich interessante bis brisante Wahl wäre, gerade in Bezug auf Erfolg und gesellschaftliche Visionen, die Beteiligung von Götz Werner (Gründer und Inhaber der DM-Drogeriekette; Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens) gewesen, aber was nicht war, kann ja irgendwann einmal sein.

Die zum Teil sehr hektische und damit nicht mehr zu verfolgende Debatte – wenn mehr als 2 gleichzeitig sprechen, hat man halt nur noch eine Tonkakophonie, war geprägt von „wilden Zahlen“ seitens Köppel, Rossmann und auch Maischberger, die von Wagenknecht und Schneider mehrfach korrigiert wurden und andererseits von dem Bemühen von Schneider, Ponader und Wagenknecht eine Diskussion jenseits der Zahlen – in gesellschaftlichen Zusammenhängen, zu führen.

3 Aspekte fielen mir dabei besonders auf, die permanent behauptet und denen nicht/kaum widersprochen wurde.

  1. die Definition von „Leistung“ – nurder Unternehmer“ ist „Leistungsträger“, erwirtschaftet den gesamtgesellschaftlichen Erfolg, gewährleistet so den Wohlstand und, die von ihm bestimmte, gesellschaftliche Teilhabe aller anderen,
  2. das generelle Menschenbild – aus dem vorherigen Ansatz folgte, das jeder das bekommt was ihm zusteht oder er irgendwie erkämpfen kann, d.h. eine Klassen- und Rassenideologie insbesondere von Köppel vertreten – wer nicht unternehmerisch tätig ist oder, wie in seinem Fall, diesen Interessen dient (Medien, etc.) der bekommt halt auch nur niedere, angemessene (sic!) Bedürfnisse zugesprochen,
  3. die teilweise penetrante Fokussierung auf „den Schmarotzer“ Ponader – diese mehr als unschönen Attacken, im Wesentlichen geritten von Olbert, Köppel und Maischberger, waren wohl eher politisch motiviert – das z.T. Unorthodoxe der „Piraten“ macht wohl noch mehr Angst als die etablierte Gesellschaftskritik der LiNKEN, die man, zumindest publikumswirksam, einfach mit den „Erfahrungen mit Sozialismus“ abbügeln kann.
    Unangenehm empfand ich dabei aber auch die „dezente Zurückhaltung“ von Wagenknecht und Schneider, denn die allseits beliebten, persönlichen Angriffe gegen Ponader sind einfach abwegig und tragen nicht das Geringste zur Debatte bei.

Das wars, zufällig gesehen und fast schon wieder vergessen. 😉

 

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(benötigt)

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