Jan 232009
 

hallo zusammen, bzw. Alaaf, Helau oder was auch immer,

da der Tathergang bislang nur aus z.T. widersprüchlichen Zeitungsmeldungen bekannt ist, hier mal eine Schilderung nach meinen Notizen von allen Verhandlungstagen.

Vorbemerkung: Frau G. ist in einer Verhandlung vor dem Sozialgericht ca. 08/07 unterlegen und sollte zum Nachweis ihrer Bedürftigkeit weitere Beweise vorlegen. Das Sozialgericht nimmt eine Beweislastumkehr vor, indem es die Verdachtsmomente (auf Leistungsmissbrauch) des Ermittlungsdienstes der ARGE für glaubhaft annimmt, und es Frau G. anheim stellt diese zu entkräften.
Gleichzeitig betont es aber die mögliche Notwendigkeit einen unmittelbaren Bedarf z.B. durch Lebensmittelgutscheine zu decken.
(Hörensagen aus der Strafverhandlung, da ich weder das Urteil kenne (angefragt) noch bei der SozG-Verhandlung dabei war)

Fr. G. ist alleinerziehend mit 2 Kindern, 1 Sohn, zu diesem Zeitpunkt noch im Abitur und eine ältere Tochter.

Tathergang aus verschiedenen Zeugenaussagen
Gesamtdauer der Geiselnahme ca. 2 Stunden
Polizei – eine Hundertschaft und SEK aus Köln

Am 5.9.07 betritt Fr. G. mit ihrem Bekannten H.W. das Büro des Abschnittsleiters B. und fordert von diesem das ihr zustehende Geld oder Lebensmittelgutscheine (sic!), nachdem sie zuvor bei einigen Anlaufstellen (Caritas, etc.) war und von diesen an die ARGE verwiesen wurde.
H. B. wiederum verweist Fr. G. an ihren Anwalt bzw. auf das Urteil des SG hin und will ihr weder Geld noch Lebensmittelgutscheine geben.
Obgleich nicht unwichtig ist es nicht genau geklärt, ob sie bereits jetzt die Tür abgeschlossen und den Schlüssel eingesteckt hat oder etwas später.
Es ergibt sich ein immer heftigerer Disput zwischen G. und B. der schließlich eskaliert indem es zu Tätlichkeiten kommt.
B. will G. aus dem Büro hinausdrängen, (das macht nur Sinn, wenn er dazu auch die Möglichkeit gehabt hätte – abgeschlossene Tür?!).
G. greift B. mit Fußtritten an, holt die Pistole aus der Tasche, packt sie am Lauf und schlägt damit auf B. ein.
Anschließend bedroht sie B. mit der Pistole. dieser gibt Zeichen an seine Kollegin Fr. W. (Schlag gegen die Wand)

Zwischenzeitlich betreten, durch eine weitere, während der gesamten Geiselnahme unverschlossene Tür, 2 weitere MitarbeiterInnen von B. kurzzeitig den Raum und werden von G. ebenfalls mit der Pistole bedroht indem G. sich ihnen zuwendet.
Sie werden weder aufgefordert zu bleiben (zusätzliche Geiseln) noch zu gehen, sondern verlassen aufgrund der Aufforderung von B. den Raum.
Auch der Begleiter von G. verläßt den Raum, G. schließt die (Haupt)Tür auf und hinter ihm wieder ab.

Fr. W. kommt in das Büro um, nach eigener Aussage, die Situation zu deeskalieren. Wird ebenfalls von G. mit der Pistole bedroht, zeigt in ihre Richtung, „fuchtelt“ damit herum.
Fr. W. bietet an sich die Unterlagen von Fr. G. anzusehen und ggfls. Lebensmittelgutscheine auszustellen. Fr. G. steckt die Waffe, wie auch schon vorher und nachher, in den Hosenbund, holt die Unterlagen aus ihrer Tasche und breitet diese auf dem Schreibtisch aus.
Fr. W. sichtet diese (angeblich) und sagt schließlich zu Lebensmittelgutscheine ausstellen zu lassen. dem widerspricht B.
Fr. W. telefoniert mit der zuständigen Sachbearbeiterin und „bestellt“ die Lebensmittelgutscheine, auch hier widerspricht B., wie in Folge noch mehrmals.
Fr. W. sagt weiterhin zu, dazu müsse sie aber bestimmte Unterlagen kopieren. Daraufhin läßt Fr. G. Fr. W. zur Haupttür hinaus und schließt wieder ab. Gesamtzeit der Anwesenheit von Fr. W. ca. 30 Minuten.

Die dann folgenden Ereignisse, Drohung der Selbsttötung
a) mit der Pistole,
b) durch Sprung von einem Sims,
wurden nur sehr kurz behandelt. Fest steht, dass B. Fr. G. überredet hat, von dem Sims herunter und wieder ins Zimmer zu kommen und dann mit ihr ein Gespräch geführt und eine Zigarette geraucht hat.
Wohl aufgrund dieses Gespräches konnte B. dann G. auch überreden ihm die Pistole auzuhändigen.
B. hat sich dann an die draußen bereit stehenden Polizisten gewandt und darauf aufmerksam gemacht, dass er jetzt die Tür aufschließen und die Pistole herausgeben würde. („…nicht schießen…“)
Kaum war der Schlüssel herumgedreht und die Pistole durch einen Spalt herausgereicht, flog die Tür auf, B. wurde gegen die Wand geschleudert und G. wurde festgenommen.
Welche Verletzungen sich B. dabei zuzog, die auch im Prozeß eine Rolle spielten und evtl. fälschlicherweise G. zugerechnet wurden, s. Schlag mit der Pistole=schwere Körperverletzung, wurde nicht geklärt.

Tatvorwürfe:
erpresserischer Menschenraub StgB § 239a bzw.
Geiselnahme StgB § 239b
gefährliche Körperverletzung StgB § 224
Verstoß gg. das Waffengesetz
Verstoß gg. BtMG
Leistungsmissbrauch (vorläufig) eingestellt

cu
Horst

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(benötigt)

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