Jun 032012
 

Am 30.5.2012 gab das Jobcenter eine künftige Kooperation mit dem Mieterverein Aachen bekannt, nach der ab 1.7.2012 Leistungsempfänger, etwas vage, die Hilfe des Mietervereins in Anspruch nehmen können, die Beiträge werden vom Jobcenter übernommen.  Mehr ist darüber (noch) nicht bekannt.

Mal abgesehen davon, dass man so nicht mit Gesprächspartnern umgeht, in diesem Falle dem Netzwerk SGBII mit dem von seiten des Jobcenters ein Informationsaustausch verabredet war, stellt sich die wichtigere Frage, was bringt diese Kooperation für die Betroffenen?

Kein Zweifel besteht an der win-win-Situation für Jobcenter und Mieterverein. Der Mieterverein gehört zu dem bundesweiten Deutschen Mieterbund, der bereits seit einiger Zeit in mehreren Städten ähnliche Verabredungen mit Jobcentern getroffen hat und damit einerseits Hilfe bietet, somit aber auch Mitglieder und Beiträge gewinnt. Das Jobcenter hingegen wird durch besser kontrollierte Nebenkostenabrechnungen gewinnen.
Viel wichtiger erscheint mir allerdings der Imagegewinn „…wir helfen unseren „Kunden“…“ mit dem sie von den eigenen Rechtswidrigkeiten und Rechtsmissbräuchen ablenken. Letztens noch der unglaubliche Vorgang, das ein Gesetz, das WFNG, das von der Landesregierung installiert wurde von den Jobcentern und sogar dem eigenen Arbeitsminister schlichtweg ignoriert wurde.

Außerdem besteht noch eine weitere Gefahr, eine Ausweitung der Sanktionsmöglichkeiten falls ein Leistungsempfänger das Angebot nicht oder verspätet annimmt. Ausgeschlossen werden kann das nur über einen entsprechenden Passus in der Kooperationsvereinbarung.
Diese Vereinbarung muss daher offen gelegt werden, nur so sind die Betroffenen geschützt und hätten durch einen leichteren Zugang zu Fachinformationen ebenfalls einen kleinen Vorteil von dieser Vereinbarung.

Das sie insgesamt nichts, im Gegensatz zu Jobcenter und Mieterverein, dabei gewinnen können liegt auf der Hand. Die ggfls. geminderten Nebenkosten „kassiert“ das Jobcenter und eine rechtliche Auseinandersetzung mit Vermietern war bislang auch schon über einen Beratungsschein möglich.

  2 Responses to “Jobcenter & Mieterverein”

Comments (1) Pingbacks (1)
  1.  

    Hallo,
    heute zum Erstenmal Kenntnis davon erhalten dass Jobcenter Aachen jmdn. sanktioniert hat in Bzg. auf Mieterbund-Koop-Vereinbarung.

    ENTE, oder?

    Falls ja, hört auf weiterzulesen.

    Falls nein:
    Sollte sich das bewahrheiten, werde ich meine langjährige Vollmitgliedschaft im Mieterverein Aachen kündigen, aber nicht ohne hier vorher darüber zu berichten. Was beide Seiten (GeschFü Mieterverein Aachen sowie jobcenter auf Anfrage ((von tatendrang?) via NWSGBII?) verneinten, war, dass Sanktionierungen erfolgen sollten, da keine Rechtsgrundlage dafür bestünde (JC) oder das dies nicht beabsichtigt sei (MV). Nun scheint es aber dennoch versehentlich passiert zu sein. Wahrscheinlich wieder mal ein ((zig)-(facher)) bedauerlicher Einzelfall, ein Irrtum, der trotzdem nicht zurückgenommen wird, womöglich kämen JC-MA mal zum Arbeiten i.S. der Betroffenen. (Tatendrang hatte seine Bedenken gegenüber den Institutionen sowie im obigen Artikel im Vorfeld geäußert).

    Egal, dem JC glaubt man ohnehin nicht. Von dessen „(Ver-)Tretern“ erward`t ich nichts auß(er) Lug und Trug und ward enttäuscht fortan nimmermehr.
    Aber konfrontiert zumindest den DMB-AC mit seinen eigenen Aussagen!!
    Interessenkonflikt/Vertrauensbasis Mieterverein zu Mietern (, welche bisher normale Mitglieder waren, werden nunmehr solche 2ter Klasse, da DMB sich gleichschalten lässt und nicht mehr ausschließlich Interessen der Mgl. vertritt, festzumachen auch an Sondermitgliedschaft ohne Miet(er)rechtschutz, der bisweilen üblich war beim MB-AC).
    Ich jedenfalls kann hier keine Klarheit erkennen und werde nicht einfach den Mitgliedsbeitrag auch dafür ausgeben wollen, dass Mitglieder auch noch von dem sie zu vertretenden Mieterbund unter Druck gesetzt werden oder dass dieser als Handlanger des Jobcenters Aachen fungiert.

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(benötigt)

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