Dez 212013
 

Nein, keine Sorge wir geben unsere Unabhängigkeit (von Parteien und Konfessionen) nicht auf und verkünden „frohe Botschaften“ nur so.
Aber eine „Botschaft“ von einem „konfessionellen Profi“ – Papst Franziskus, hat mich doch sehr beeindruckt und dazu möchte ich Stellung nehmen. Stellung vor allem auch deshalb, weil sie entgegen ihrem „Gewicht“, relativ unbeachtet geblieben ist.
Landauf landab sucht man vergeblich nach auch nur einer Notiz in den Foren oder Blogs die sich mit Hartz4 im weitesten Sinne beschäftigen, obgleich diese „frohe Botschaft“ mehr als nur brisante Thesen zu der derzeitigen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung enthält.
Auch den meisten Mainstreammedien war sie nur 1 oder 2 Artikel „wert“, z.T. allerdings mit heftiger Kritik bis „Schaum vor dem Mund“. Verständlich wenn offensichtlich wird wofür die Verfasser der Artikel stehen.
In höchst ungewöhnlich klaren und unmissverständlichen Worten beschreibt der neue Papst in seinem ersten Lehrbrief „Evangelii Gaudium“ den derzeitigen Zustand der Kirche und der Welt in einem Wechsel zwischen Ja und Nein – so kann, soll und muss es sein, so hingegen keinesfalls.
Das er dabei die positiven Seiten, das Ja zu einem tatsächlich christlichen Leben besonders betont ist die eine Seite und entspricht natürlich seinem Selbstverständnis als Christ, besonders aber auch als geistiger Führer der katholischen Kirche. Das er aber gerade in dem „weltlichen“ Teil auch sehr deutlich und präzise sein „Nein“ als eben diese Autorität in die Waagschale wirft,

Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung [53-54]
Nein zur neuen Vergötterung des Geldes [55-56]
Nein zu einem Geld, das regiert, statt zu dienen [57-58]
Nein zur sozialen Ungleichheit, die Gewalt hervorbringt [59-60]

ist auch insofern beeindruckend, als er Wege aus dem entfesselten Chaos aufzeigt, die sowohl dem christlichen als auch einem nichtkonfessionell-positiven Menschenbild entsprechen – „uneigennützige Solidarität“, „Rückkehr zu einer Ethik zugunsten des Menschen“ und das unterste emotionale Netz – Mitleid.
Der Gegensatz zu den Analysen und Stellungnahmen der politischen Klasse(n) und deren profitierenden Umfelder, hier wie anderswo, könnte frappierender nicht sein, wenn er im Gegensatz zu diesen die Schuld an dieser „tiefen anthropologischen Krise“ nicht bei denen sieht die „ausgeschlossen“, „bestohlen“ sind und denen das „Leben“ in weiten Bereichen „entzogen ist“, sondern feststellt,
„Einige finden schlicht Gefallen daran, die Armen und die armen Länder mit ungebührlichen Verallgemeinerungen der eigenen Übel zu beschuldigen und sich einzubilden, die Lösung in einer „Erziehung“ zu finden, die sie beruhigt und in gezähmte, harmlose Wesen verwandelt. Das wird noch anstößiger, wenn die Ausgeschlossenen jenen gesellschaftlichen Krebs wachsen sehen, der die in vielen Ländern – in den Regierungen, im Unternehmertum und in den Institutionentief verwurzelte Korruption ist, unabhängig von der politischen Ideologie der Regierenden.“
Und auch das gehört dazu,
„Immer hat mich die Situation derer mit Schmerz erfüllt, die Opfer der verschiedenen Formen von Menschenhandel sind. Ich würde mir wünschen, dass man den Ruf Gottes hörte, der uns alle fragt: »Wo ist dein Bruder?« (Gen 4,9). Wo ist dein Bruder, der Sklave? Wo ist der, den du jeden Tag umbringst in der kleinen illegalen Fabrik, im Netz der Prostitution, in den Kindern, die du zum Betteln gebrauchst, in dem, der heimlich arbeiten muss, weil er nicht legalisiert ist? Tun wir nicht, als sei alles in Ordnung! Es gibt viele Arten von Mittäterschaft. Die Frage geht alle an! Dieses mafiöse und perverse Verbrechen hat sich in unseren Städten eingenistet, und die Hände vieler triefen von Blut aufgrund einer bequemen, schweigenden Komplizenschaft.“

Bei aller berechtigten Kritik an jeder „Kirche“ sind es doch immer wieder einzelne Menschen, unabhängig welchen „Rang“ sie haben, die Mut und Hoffnung machen und da wir uns, ob gläubig oder nicht, diesen „besonderen Tagen“ doch nicht ganz entziehen können, wünsche ich allen möglichst angenehme Festtage und einen „Guten Rutsch“.

natürlich bleiben wir auch während dieser Zeit per Email und Telefon erreichbar. Den nächsten Treff geben wir bald bekannt.

 

  One Response to “Eine frohe Botschaft”

Comments (1)
  1.  

    die höchste kunst der koruption sind politik und religion

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(benötigt)

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