Nov 162013
 

Betrüger und ihre Lobby – „das große Schweigen“ in Jobcentern und Medien. 

Angeregt durch den Fall in Aachen, „Jobcenter-Mitarbeiter soll sechsstelligen Betrag veruntreut haben“, habe ich, da mir noch andere Fälle erinnerlich waren, nach weiteren Begebenheiten gesucht und wurde schnell fündig.
Das über die Tatsache relativ bis sehr großer, veruntreuter Geldmengen hinaus Bemerkenswerte ist dabei – das verhaltene Stillschweigen der Sozialverwaltungen und der großen Medien.
Während das Verhalten von Leistungsberechtigten bei zum Teil kleinen und kleinsten Anlässen skandalisiert wird indem der lange Arm der Ursula von der Leyen, sprich – die Bundesagentur für Arbeit, dazu Pressemeldungen herausgibt und/oder der „Mainstream“ – sprich – BILD, Focus, FAZ, Sueddeutsche, TV-Magazine, etc. dies zu Schlagzeilen macht, hört man über den millionenfachen Betrug innerhalb des Systems außer in Lokalteilen von Regionalzeitungen nahezu nichts.

Dabei kommen wir mit den in 2013 dokumentierten nur 4 Fällen, die Recherche ist nicht abgeschlossen, bereits auf über eine halbe Million Euro, Aachen nicht eingeschlossen.

Jan. 13 Berlin  280.000,00 €
Feb. 13 Brühl    70.000,00 €
Mrz. 13 Offenbach  100.000,00 €
Mai. 13 Rostock  138.000,00 €
 588.000,00 €

In diesen Lokalteilen lassen dann die Geschäftsführer oder evtl. politisch sich verantwortlich Fühlende verlauten wie „betroffen“ und „entsetzt“ sie über diesen „Vorfall“ sind aber, obgleich sie jedes noch so kleine Interview, Treffen und ähnliches das irgendwie vorteilhaft sein könnte sowie auch die Erfolge bei der Aufdeckung von Leistungsbetrug auf ihren Internetauftritten verhackstücken, ist von dem weitaus größeren, systeminternen Betrug – Veruntreuung häufig im sechsstelligen Bereich, auf eben diesen Webseiten nichts zu lesen.
Doch halt, das stimmt nicht ganz, denn zur anonymen Denunziation in Sachen „Verdacht auf unberechtigten Leistungsbezug“ (gerne auch im einfachen Eurobereich) wird nach wie vor aufgerufen und i.d.R. auch sehr schnell gehandelt.

Halten wir also fest, obgleich in das System Hartz IV von Beginn an starke Controllinginstrumente (nach außen) eingebaut waren, scheint es bei entsprechend krimineller Energie ein Leichtes zu sein, innerhalb des Systems Millionen „abzugreifen“.
Nicht berücksichtigt sind dabei mögliche Korruption und „Freundschaftsdienste“ bei den Vergaben von Maßnahmen, die letztlich, selbst auf lokaler Ebene in Millionenhöhe, den größten Batzen der Hartz IV-Zweckmittel ausmachen.
Da die Jobcenter es bislang versäumt haben diese Bereiche unter „Ordnungswidrigkeiten und Ermittlungen“ aufzunehmen, schlage ich vor dies „outzusourcen“. Mit anderen Worten, ab sofort nehmen wir unter Email und Telefon Verdachtsmeldungen auf Betrug, Veruntreuung oder Korruption von Jobcentermitarbeitern entgegen und sichern dabei Vertraulichkeit zu. 

  2 Responses to “Hartz4 – der ganz große Betrug!”

Comments (2)
  1.  

    Für die Sammlung „Gegen Vergessen und Relativierung“
    Ein besonders schwerer Fall nicht speziell wegen der Höhe, sondern bezüglich der Niederträchtigkeit (bei Voraussetzung der Zurechnungsfähigkeit) im Jahr 2014 soll nicht verschwiegen bleiben:
    „Jobcenter-Mitarbeiterin strich offenbar Geld für Obdachlose ein“, ein Spiegel-online-Artikel, den aus rechtlichen Gründen ich hier nicht zitiere. Wir können ihn aber nachlesen unter http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/krefelder-jobcenter-mitarbeiterin-veruntreut-geld-fuer-obdachlose-a-981207.html#ref=rss

  2.  

    die einzig denkbare reform wäre eine abschaffung von hartz IV. alles andere taugt nichts !!!

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(benötigt)

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